Bündnis 90/ Die Grünen Kreis Calw

Mehr GRÜN im schwarzen Wald!

Quartiere stärken, Vorstand gewählt, Bundespolitik im Blick: Kreismitgliederversammlung in Calmbach

24.07.26 –

Calmbach. Ein voller Abend im Clubhaus-Restaurant in Bad Wildbad-Calmbach: Beim Treffen des Grünen Kreisverbands Calw am 14. Juli 2026 standen Kommunalpolitik, ein Zwei-Jahres-Rückblick und die Wahl des neuen Vorstands auf dem Programm – ergänzt durch einen pointierten Input von Bundestagsabgeordnete und wirtschaftspolitischer Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion Sandra Detzer zur aktuellen Bundespolitik.

Bundespolitik: Was passiert, wenn Grüne nicht mitregieren

Den Einstieg machte Sandra Detzer mit einer nüchternen Bestandsaufnahme. Am Beispiel der jüngsten Änderungen beim Gebäudeenergiegesetz machte sie deutlich, was passiert, wenn klimapolitische Weichenstellungen ohne grüne Beteiligung getroffen werden: Unsicherheit für Handwerker und Verbraucher, unklare Planungsgrundlagen, politisches Hin und Her. Ihr Kommentar fiel deutlich aus.

Detzer sprach auch über die anhaltende Hitzewelle – ausgetrocknete Flüsse in ganz Europa, sinkende Wasserpegel, fehlende kommunale Hitzepläne – und machte klar: Klimaschutz ist kein Nischenthema, sondern Grundlage für wirtschaftliche Investitionen und gesellschaftliche Stabilität. Beim Thema Wirtschaft plädierte sie für Rohstoffsouveränität, Diversifizierung der Lieferketten und konsequentes Recycling – gerade bei kritischer Infrastruktur sei Vorsicht beim Einsatz nicht-europäischer Produkte geboten.

Quartiersentwicklung: Demokratie beginnt vor der Haustür

Der inhaltliche Schwerpunkt des Abends lag auf dem Thema Quartiersentwicklung. Co-Kreisvorsitzende Lena Abdi berichtete aus eigener Erfahrung: Das Quartier – der Bereich, den man in zehn Minuten zu Fuß erreicht – prägt Lebensqualität, Zufriedenheit und Sicherheitsgefühl. Wer Nachbarn kennt, fühlt sich wohler, ist weniger einsam und weniger anfällig für Desinformation.

Als konkretes Beispiel diente Ostelsheim: Ein altes Kirchengemeindehaus wurde dank Förderung zum Dorfgemeinschaftshaus – heute ein Treffpunkt für alle Generationen, ein Ort, an dem internationale Frühstücksrunden Vorurteile abbauen und Begegnung Demokratie stärkt. Das Förderprogramm Quartier 2030 des Landes macht solche Projekte möglich.

Potenzial gibt es im Landkreis Calw an mehreren Stellen. In einigen Kommunen werden Gebäude generalsaniert und als neue Gemeindetreffpunkte entwickelt. Das frühere Krankenhausareal in Calw stand ebenfalls im Raum. Kommunalpolitischer Sprecher Joe Schwarz machte deutlich: Das Areal muss für alle entwickelt werden – mit Bürgerbeteiligung von Anfang an, nicht als Luxusprojekt für wenige.

Zwei Jahre Kreisverband – und was noch kommt

Der Rückblick auf zwei Jahre Kreisverbandsarbeit fiel positiv aus: 2024 verzeichnete der Kreisverband den stärksten Mitgliederzuwachs aller Kreisverbände in Baden-Württemberg. 2025 folgten ein schnell organisierter Bundestagswahlkampf und die Gründung der Ortsverbände Alb-Enz und Altensteig – womit der Kreisverband jetzt flächendeckend im gesamten Landkreis vertreten ist. 2026 kam ein starker Landtagswahlkampf dazu. Die Gründung von Alb-Enz wurde mit einem Originalplakat aus der grünen Frühzeit gewürdigt – ein sympathischer Moment.

Vorstand gewählt

Den Abschluss bildete die Neuwahl des Kreisvorstands. Lena Abdi und Anke Much wurden als Co-Kreissprecherinnen, Carina Widmann-Rau als Schatzmeisterin wiedergewählt, alle Beisitzerinnen und Beisitzer gewählt. Herzlichen Glückwunsch!

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