
15.03.26 –
Mit der alten Wahlkampfkrawatte von Winfried Kretschmann stand am Ende Cem Özdemir als der strahlende Wahlsieger fest. Auch bei unserer Wahlparty im Rössle in Calw brach großer Jubel aus, als die ersten Hochrechnungen eintrafen. Nach den spannenden letzten Wochen war die Erleichterung deutlich zu spüren und das Ergebnis wurde als verdientes Sahnehäubchen auf einen intensiven Wahlkampf gefeiert.
Unglaublich war die Aufholjagd in den letzten Monaten und Wochen. Viele hatten sich mit großem Engagement dafür eingesetzt, das Erbe von Winfried an Cem weiterzugeben. Ziel erreicht: 30,2 %! Cem verspricht, die guten und eingefahrenen Spuren seines Vorgängers weiter zu nutzen und eine erfolgreiche, pragmatische Politik fortzusetzen. Immer wieder betont er, dass er dabei nicht stur einer parteipolitischen Linie folgen wolle. Sein Ziel sei es, „dem Wohl des Landes zu dienen und immer die besten Ideen umzusetzen - ohne Blick auf das Parteibuch“, sagt er.
Dass besonders gute Ideen aus der mit 18,8 % verstärkten blauen Fraktion kommen, ist allerdings nicht zu erwarten. Für uns Grüne insgesamt wird das Zurückdrängen der AfD eine der großen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der kommenden Jahre sein. Dabei könnte Kretschmanns „Schutzpatronin“ Hannah Arendt noch viele hilfreiche Gedanken liefern, denn einfach wird dieser Kampf sicher nicht.
Nicht allen ist der Ultra-Pragmatismus von Cem ganz wohl. Manche – vor allem aus der Grünen Jugend – befürchten, dass wichtige politische Grundlagen ins Abseits geraten könnten. „Verbrennerverbot oder Vollbeschäftigung“: Solche scheinbaren Widersprüche werden uns sicherlich auch in den kommenden Monaten beschäftigen, wenn es um den Koalitionsvertrag geht. Schließlich wurde eine politische Landesregierung gewählt und nicht der Aufsichtsrat von Daimler oder Porsche.
Und dass sich die Baden-Württemberger ihre sehr guten Erfahrungen mit selbstgemachtem, günstigem Solarstrom vom eigenen Häuslesdach kleinreden lassen, darauf sollte weder Berlin noch Stuttgart setzen. Für Cem heißt es jetzt: Ärmel hochkrempeln und vielleicht auch die alte Krawatte wieder ablegen. Es bleibt spannend.

Ein Wahlkampf, der zusammenschweißt
Der große Jubel im Rössle hatte aber noch einen weiteren Grund: Wir können auch im Kreis sehr zufrieden auf unseren Wahlkampf zurückblicken. Besonders erfreulich war, dass es diesmal deutlich weniger Plakatzerstörungen gab als noch bei der Bundestagswahl. Das hat die Arbeit vieler Ehrenamtlicher spürbar erleichtert.
Ein riesiges Dankeschön gilt deshalb allen Helferinnen und Helfern, die in den letzten Monaten mit angepackt haben: beim Plakatieren, an Infoständen, bei Veranstaltungen und bei vielen großen und kleinen Aktionen im ganzen Kreis. Ohne dieses Engagement wäre ein solcher Wahlkampf nicht möglich gewesen.
Besonders stolz sind wir auch auf unsere beiden jungen Kandidaten Fynn Rubehn und Reinhard Köcher und auf die vielen kreativen Aktionen der Grünen Jugend. Sie haben neue Ideen eingebracht, waren präsent und haben gezeigt, wie viel Energie und Motivation in der nächsten Generation steckt.
Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider: Während bei der Bundestagswahl sehr junge Männer eher zur AfD und sehr junge Frauen eher zur Linkspartei tendierten, zeigt sich bei dieser Landtagswahl wieder ein anderes Bild. Bei Erstwählenden und Menschen unter 30 Jahren liegen die Grünen in Baden-Württemberg laut Infratest dimap mit 30 % auf Platz eins. Diese Trendumkehr kommt nicht von allein – und wir sind überzeugt, dass unser engagierter Wahlkampf vor Ort dazu beigetragen hat.
Ein weiteres schönes Ergebnis dieser intensiven Monate sind die vielen neuen Kontakte, die im Kreis entstanden sind, zum Beispiel zu den Blaulichtorganisationen. Solche Verbindungen sind wertvoll und werden auch über den Wahlkampf hinaus Bestand haben.
Der Wahlabend im Rössle war deshalb nicht nur ein Moment des Feierns, sondern auch ein Moment des Dankes und der Zuversicht: für einen erfolgreichen Wahlkampf, für viele engagierte Menschen und für eine spannende politische Zeit, die jetzt vor uns liegt. Wir drücken unserer Landtagsfraktion jedenfalls die Daumen für die kommenden Koalitionsverhandlungen.
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