24.02.26 –
Die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Franziska Brantner, besuchte gemeinsam mit dem Grünen-Landtagskandidaten Fynn Rubehn die Hochdorfer Kronenbrauerei. Geschäftsführer Eberhard Haizmann begrüßte die Gäste bei Brezeln und Bier – offen für Austausch, auch über Parteigrenzen hinweg.
Haizmann, Geschäftsführer der Hochdorfer Kronenbrauerei in elfter Generation, führt den Familienbetrieb mit rund 50 Mitarbeitenden. Seit 1927 wird am heutigen Standort gebraut. Über 350 Jahre Firmengeschichte stehen für regionale Verwurzelung und unternehmerische Kontinuität. Trotz politischer Differenzen – Haizmann ist kommunal bei den Freien Wählern engagiert und der CDU verbunden – war für ihn klar: „Politik lebt vom Austausch mit Menschen, die nicht einer Meinung sind.“ Seine langjährige Gemeinderatskollegin Brigitte Loyal hatte den Besuch in die Wege geleitet.
Im Rundgang durch die hochmoderne Produktionsanlage wurde deutlich, wie sehr sich das Brauhandwerk durch Automatisierung verändert hat. Beeindruckende Fließbänder, große Sudkessel und ausgefeilte Logistik prägen heute den Arbeitsalltag.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Zukunft mittelständischer Familienbetriebe. Als KG wirtschaftet die Brauerei unter anderen Bedingungen als Großkonzerne – unter anderem mit höheren Personalkosten pro Kiste. Gleichzeitig spürt man den gesellschaftlichen Wandel: Rund 30 Prozent der jungen Generation trinken keinen Alkohol mehr. Die Brauerei reagiert darauf mit einem wachsenden Angebot alkoholfreier Biere sowie der Limonadenmarke „Libella“.
Besonders intensiv wurde über Nachhaltigkeit gesprochen. Haizmann setzt konsequent auf regionale Rohstoffe: Wasser, Getreide und Hopfen stammen wo immer möglich aus der Umgebung. Die 19 Landwirte, von denen er sein Getreide bezieht, bezahlt er bewusst über Marktpreis für langfristige Zusammenarbeit. Zudem hatte Haizmann 1993 den Hopfenanbau in der Region wiederbelebt – heute deckt er rund 60 Prozent des Bedarfs und verringert so die Transportwege. Auch bei der Energie setzt der Betrieb auf Effizienz: Waldhackschnitzel ohne Vortrocknung senken den Energieverbrauch, Photovoltaik ist auf den Dächern installiert. Einig war man sich, dass Dachflächen-PV und Agri-Solar – etwa für schattenbedürftige Obstkulturen – Vorrang vor Freiflächenanlagen haben sollten.
Natürlich kamen auch politische Themen zur Sprache: Europa als Garant für wirtschaftliche Stabilität, die Frage, wie Landwirte von ihren Produkten statt von Subventionen leben können, ebenso wie Steuer-, Renten- und Bürokratiereformen. In manchen Punkten gab es unterschiedliche Sichtweisen – etwa bei der Ausgestaltung der Erbschaftssteuer oder der Energiepolitik. Doch gerade dieser offene Austausch wurde von beiden Seiten ausdrücklich gewünscht und führte zu einer lebhaften Diskussion.
Franziska Brantner betonte zum Abschluss: „Unternehmerpersönlichkeiten wie Herr Haizmann, die lokal verwurzelt sind, Verantwortung übernehmen sind ein großer Mehrwert für unser Land.“
Der Besuch zeigte: Demokratie lebt vom Zuhören, vom Argumentieren – und vom respektvollen Streit um die besten Lösungen.



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