Bündnis 90/ Die Grünen Kreis Calw

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Energie in Altensteig mit Stadtwerke-Chef Herrn Garbe: „Weniger ist mehr“

09.06.26 –

Rund 50 Bürgerinnen und Bürger kamen am 16. Juni 2026 zu einem Vortrag über die Energieversorgung in Altensteig – eine Zahl, die zeigt: Das Thema trifft einen Nerv. Eingeladen hatte die Rot-Grüne Liste Altensteig, als Referent stand Stadtwerke-Leiter Garbe Rede und Antwort.

In knapp zwei Stunden gab Garbe einen ehrlichen Überblick über den Stand der Dinge – ohne Schönfärberei. Lokale Energiepolitik, so sein zentraler Punkt, ist immer auch große Politik: Was in Washington, Brüssel oder Berlin entschieden wird, wirkt sich ebenfalls auf Altensteig aus.

Beim Energiemix der Stadt zeichnet sich ein klarer Wandel ab. Die Wasserkraft – historisch ein wichtiger Pfeiler – verliert wegen des sinkenden Wasserstands der Nagold zunehmend an Bedeutung. Umso wichtiger sind die Leuchtturmprojekte, die Garbe vorstellte: das Energiedorf Wart mit seinem Holzhackschnitzel-Blockheizkraftwerk, die Kraft-Wärme-Kopplung an der Hohenbergschule mit virtuellem Stromspeicher sowie die Nahwärmeversorgung in Berneck, die die Abwärme der städtischen Kläranlage nutzt. Projekte, die zeigen, was in einer mittelgroßen Stadt mit konkretem politischem Willen machbar ist.

Für private Haushalte hatte Garbe eine klare Empfehlung: Wer eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher betreibt, sollte den erzeugten Strom vor allem selbst nutzen – und nicht auf den Verkauf spekulieren. Die Zeiten, in denen sich das Einspeisen ins Netz spürbar rentierte, sind vorbei.

Gaskraftwerke mit ihrem Wirkungsgrad von rund 30 Prozent rechnen sich schlicht nicht mehr. Die Zukunft liegt nach Ansicht Garbes in Batteriespeichern, die Systemausfälle in Sekundenbruchteilen ausgleichen können – und in großflächigen Freiflächen-PV-Anlagen, die wirtschaftlich durchaus attraktiv sind. Wasserstoff bleibt ein Thema, ist derzeit aber noch nicht in ausreichenden Mengen wirtschaftlich verfügbar. Immerhin: Das Altensteiger Gasnetz ist bereits weitgehend H₂-ready.

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